Konzertmonat Woche 4: Mumford and sons

Vor lauter Begeisterung hätte ich fast das Schreiben vergessen: Das Konzert von Mumford and sons in der Roten Fabrik Zürich.

Seitdem ich das Album der vier Londoner in die Finger bekam, spielte es in Endlosschleife. Auf dem iPod, im Büro, zu Hause bei Mutti, hier und vor allem im Kopf. Daraus resultierte aber auch meine grosse Befürchtung: kann das idealisiertes Dauer-Gedudel der Band live mithalten?

Konnte es aber sowas von. Spätestens bei der Vorband Johnny Flynn glühten die New-Folk-Fans an und bei Mumford and sons später erfolgreich durch. Bis auf drei schrankartige Engländer die sich fünf (in Zahlen: 5!) Minuten vor Haupt-Gig besoffen vor mich und meinen langverteidigten So-la-la-Plaz schoben („I give you gleich SPIESSER, asshole!“) ungetrübte Freude. Auch wenn Kollegin B nach dem vierten Lied korrekt bemerkte, dass die Songs der extrem kraftvollen und bewegungsfreudigen Jungs dann doch immer etwas ähnlich aufgebaut sind (vorne zahm, hinten fast schon mit Headbanger-Qualitäten), war die Stimmung phänomenal. Ein paar neue Stücke waren im Gepäck (nach Erfolgsmodell aufgebaut), bei allen anderen rief und sang der Saal mit, was bisweilen für einige Disharmonien sorgte, aber wer drei Monate nur stumm mit sich und dem iPod geübt hat, will ja schliesslich auch mal beweisen, dass er 1. tolles Englisch und 2. genau so die Sau rauslassen kann wie die Band auf der Bühne.
Der Sänger, Marcus Mumford bestach indessen mit dieser rohen und leicht versoffen wirkenden Art, die man eigentlich einem Parade-Iren in einem emotionalen Theaterstück über Dichter, Frauen und Whiskey zuschreiben würde. Die Wendung „Sich die Seele aus dem Leib singen/spielen“ muss für diesen Typ geprägt worden sein.

Wie der Zufall will, spielen Mumford and sons am 14. Juli zusammen mit Sophie Hunger beim Jazz-Festival in Montreux – wer die Chance hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen.

Und hier noch ein Live-Schnipsel aus 2009.

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